1857
Zu den bemerkenswertesten Publikationen des Jahres 2006 zählt eine literaturwissenschaftliche Studie, die eine vierstellige Zahl zum Titel nobilitiert: 1857 – und dann: Flaubert, Baudelaire, Stifter heißt das bei S. Fischer erschienene Buch und es stammt aus der Feder des Münchner Autors und [Hanser-]Lektors Wolfgang Matz. Die Abhandlung geht der Frage nach, wie in demselben historischen Augenblick drei Autoren zu ihrem inzwischen weltberühmten Werk finden – und wie diese Werke auf die geistige Situation der Zeit ästhetisch antworten. Matz erkennt in dem Jahr 1857, in dem Frankreich die napoleonische Welt und Deutschland die Ära Goethes verläßt und beide Länder eintreten in die technisch-industrielle Zivilisation, Matz also erkennt in dem Jahr, wo gleichzeitig Madame Bovary, die Blumen des Bösen und der Nachsommer in ihren Originalen erscheinen, das Schlüsseljahr der literarischen Moderne.
weiter lesen ’27. November 2007′