Kulturbrüche I: Qualitätssicherung
Zu den unerwünschten Folgen der Globalisierung zählt paradoxerweise eine unter vielen Gesichtern sich ausbreitende Einäugigkeit. Eines dieser Gesichter ist die Renationalisierung der Literaturkritik. Neuerscheinungen werden üblicherweise nur noch dort wahrgenommen und besprochen, wo jene Sprache gesprochen wird, in der das rezensierte Buch publiziert ist, deutsche Bücher in Deutschland, französische Bücher in Frankreich, italienische in Italien. Was literarisch in Spanien passiert, wird in Frankreich oder Deutschland nicht wahrgenommen; was in Italien oder Moldawien, interessiert niemanden in Großbritannien, Frankreich oder Polen – und immer so weiter. Eine Literaturkritik, die sich auch mit den Büchern befaßt, die jenseits des eigenen Sprachhorizonts veröffentlicht werden, gibt es praktisch nicht mehr.
weiter lesen ’24. Juni 2008′
Thomas Palzer: 24. Juni 2008