Die Rückkehr des Lesezirkels
Neulich hat der Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, an prominenter Stelle den Niedergang der Buchclubs und Lesezirkel bedauert, die einst dem Gedanken der literarischen und intellektuellen Emanzipation geschuldet waren. Damit hat er den Bedeutungsverlust dessen bedauert, was einmal Programm genannt wurde. Denn der Buchclub besorgte eine Art Redaktion, eine Vorauswahl. Buchclub war ein anderer Name für Leseprogramm. Heute kann der Leser jedes Buch im Internet bestellen – und tut das auch, ganz ohne Betreuung. Das Ende von Betreuungsgesellschaften wie Buchclubs, Plattenläden oder Lesezirkeln –, das Ende des Programms als etwas, welches das Publikum programmieren möchte, sind das Ergebnis einer vom Computer eingeleiteten Emanzipation der Emanzipation. So die eine Sichtweise.
weiter lesen ’29. Juli 2008′