Thomas Palzer: 22. Februar 2011

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22. Februar 2011

Zuerst die Diagnose:

Das alte Ägypten – Land der Pharaonen, Pyramiden und Götter – ist eine Erfindung des napoleonischen Europa. 100 Jahre später, im Europa des 19. Jahrhunderts, gedieh parallel zur dessen rasanter Industrialisierung eine neue Orientsehnsucht. Jetzt galt der Orient Europa, dessen rauchende Schlote die Luft mit Rußteilchen schwärzten, als eine heile, einfache und archaische Welt mit Kamel-Dung, Bauchtanz und viel heißer Luft. Wiederum 150 Jahre später beharrt der Westen auf seinem Glauben, dass Islam und Demokratie unvereinbar seien. Er täuscht sich womöglich ähnlich wie schon im Falle Russlands und Chinas, die entgegen der ritualisierten Glaubenssätze des Westens eigene Kapitalismen jenseits der Demokratie hervorgebracht haben. Zu Beginn des 21. Jahrhundert mögen Tunesien, die Revolution am Nil und vielleicht sogar der gesamte nordafrikanische Kontinent einen Islam jenseits von Despotismus und eine Demokratie mit islamischem Angesicht hervorbringen. Europa und der Westen sind verdutzt. Denkt man an die diversen Krisen und Skandale, die den Westen und speziell Europa in den vergangenen Jahren heimgesucht haben, dann scheint es, als ob wir uns ägyptischen Verhältnisse nähern. Ja, es gibt kaum noch Zweifel: Europa ist das neue Ägypten.

Und Ägypten?

Wir schreiten zur Therapie und greifen aus aktuellem Anlass zu:

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