#Gräser und #Tiere haben ihre #Köpfe dem #Fleisch des #Menschen geopfert, in dem sie eng #gedrängt, zu #Engeln zusammengepresst sitzen und die #Batterie des #Bewusstseins bilden. (#Hufeland)

Gräser und Tiere haben ihre Köpfe dem Fleisch des Menschen geopfert, in dem sie eng gedrängt, zu Engeln zusammengepresst sitzen und die Batterie des Bewusstseins bilden. (Hufeland)

Gegenwärtigkeit. Die Gestalt des Engels

 

 

 

Erzengel Gabriel von Guido di Pietro (ca. 1400 – 1455) @ imago / Leemage

Deutschlandfunk Essay und Diskurs, 22. 03. 2015, 09:30 Uhr

http://www.deutschlandfunk.de/gegenwaertigkeit-die-gestalt-des-engels.1184.de.html?dram:article_id=311441

Regie: Thomas Palzer

Redaktion: Barbara Schäfer

 

Das wissenschaftlich-rationalistische Denken versucht seit Jahrhunderten zu beweisen, dass Engel – die Boten – überflüssige, nicht notwendige Nicht-Wesen sind. Ein Aberglaube aus grauer Vorzeit. Philosophen und Dichter aber sehen das anders.

Der Rationalismus, der nur das akzeptiert, was sich in irgendeinem Sinn messen lässt verwechselt sein Modell mit dem, was von keinem Modell je ausgeschöpft werden kann – der Wirklichkeit selbst. Nicht alles, was wirklich ist, lässt sich auch messen. Deshalb könnte es sich bei der Negation des „Engels“ durch die Naturwissenschaft ganz analog verhalten. Es ist möglich, dass die Leugnung der Engel nur das Negativ abgibt zu dem, was positiv betrachtet die Gestalt des Engels ausmacht.

Wer den Engel leugnet, behauptet im Grunde nur, dass er nicht in unser Raum‑Zeit‑Kontinuum passt. Er passt nicht zwischen die Planeten, Sonnen, Asteroidengürtel und Galaxien. Engel lassen sich nicht wiegen oder der Höhe, Breite und Tiefe nach vermessen. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass es keine Engel gibt. Es heißt nur, dass die Ausdehnung unseres Universums nicht gleichbedeutend ist mit: Wirklichkeit – Wirklichkeit geht über das physikalische Raum-Zeit-Gefüge weit hinaus. Wenn die Engel von Wim Wenders die Menschen von exponierter Stelle aus beobachten, dann heißt das, dass sie die Menschen von einem Außerhalb betrachten, von außerhalb des Einstein’schen Raum-Zeit-Gefüges.