#Bewiesen oder #widerlegt werden kann nur das, was keine #Geschichte hat. Ironischerweise dasjenige, was uns nicht interessiert.

Bewiesen oder widerlegt werden kann nur das, was keine Geschichte hat. Ironischerweise dasjenige, was uns nicht interessiert.
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#Aberglaube der #Gegenwart: dass #Zahlen #unbestechlich seien. Zahlen haben eine #Geschichte – und die ist „#bestechlich“.

Aberglaube der Gegenwart: dass Zahlen unbestechlich seien. Zahlen haben eine Geschichte – und die ist „bestechlich“.

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27. Dezember, 2015

Editorial

Ich lebe in München und Leipzig, habe Philosophie und Literatur studiert, und arbeite als Autor, Essayist, Schriftsteller und Regisseur. Wie ich in DAS KOMMENDE BUCH geschrieben habe: Das Menschsein und die Erde, in deren wechselndem Licht es stattfindet, bleiben der entscheidende Maßstab.

DIE PHILOSOPHISCHE PRAXIS besteht genau darin, dass geistige Abenteuer als die einzige Möglichkeit anzuerkennen, das Dasein vor dem bloßen physiologischen Überdauern zu bewahren – einem Schicksal, das man ansonsten mit den Hecken und den Gletschern aus gefrorenem Methan an den Rändern des Universums teilte.

Auf dem schwierigen Gelände, wo es um die Gestaltung von Gedanken und Bildern geht und wo Probleme keine Lösungen haben, sondern Geschichte, werden Bedeutungen ständig hin und hergeräumt und verschoben. Die Welt ist nicht schon ausgemacht – ready-made. Und Geschichte ist kein Depot, sondern ein Horizont.
Es braucht Kraft, um die Fiktion als Fiktion anzuerkennen.

Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört von Ironie.

Literatur und Philosophie stehen für ein anspruchsvolles Dasein.
Darum geht es.
Niemand wird zurückgelassen.
Niemals langweilen.
Eben darin besteht die philosophische Praxis.

Pony

Thomas Palzer Pony

Thomas Palzer Pony. Geschichte. 158 Seiten, broschiert
München 1994: belleville
ISBN 978-3-933510-87-7
€ 9,–
eBook: 110 Seiten
Waldhof Tiefendorf 2011/2015: Eisenhut (2. Auflage)
€ 4,99

Vorhin, immer noch auf dem Bett, kam mir der Gedanke, zu beichten; nicht einem windigen Gott, mir selbst. Ich sagte mir, daß es unterhaltsam sein müßte, sich vor dem eigenen Ich zu offenbaren. Ich bin aufgestanden und habe mich an den Schreibtisch gesetzt. Ich habe Papier genommen und habe angefangen zu schreiben. Ich schrieb und fing an, mich zu erinnern. Ich entdeckte, daß in der Erinnerung eine Menge Trost liegt. In der Erinnerung wird sich das Ich transparent – und vermutlich nur dort. Wenn ein Mann auf die vierzig zugeht, muß er sein Leben mit der Vergangenheit beleihen, will er seiner Existenz noch Fülle geben – oder wenigstens den Anschein davon. Ich will von einer Frau erzählen, die in meinem Leben eine besondere Rolle gespielt hat; vielleicht spielt sie diese Rolle auch nur deshalb, weil ich zufällig gerade an sie denke. Ich erzähle von einer Frau, die ich nicht geliebt habe. Ich erzähle von dem Kraftfeld, das zwischen Anziehung und Abstoßung liegt, zwischen Entweihung und Anbetung. In diesem Rhythmus vollzieht sich das Leben.

Auszug


»Pony. Geschichte« ist das Manifest eines Mannes, der sich durch das Schreiben eine eigene Wirklichkeit erschafft und diese für die tatsächliche erklärt. Die skizzierte Liebesgeschichte spielt in einer uneindeutigen, wahnhaften Wirklichkeit.

»Mehr als ‘Pony’ mag man ohnehin nicht von einem Autor erwarten.«

Karl Bruckmaier, Süddeutsche Zeitung


»Den jüngsten Beweis dafür, dass Münchner Literatur zur Zeit führend ist, hat Thomas Palzer geliefert mit Pony … Wie Drogenträume ziehen die Bilder vorbei.«

Helmut Krausser, Vogue»

»Palzers Geschichte ist das Dokument eines Irrtums, der persönlichen Verfehlung seines Protagonisten, seines Scheiterns, das ihm jedoch eine wunderbar zwingende Kunstdefinition abringt und gleichzeitig der Schlüssel ist zum Verständnis von Pony: „Wenn ich schon dazu verdammt bin, meinem eigenen Zerfall beizuwohnen, so will ich wenigstens davon Zeugnis ablegen.«

Benjamin Jahn Zschocke am 9. November 2011 in Blaue Narzisse
Wenn ich in meine Vergangenheit hinabsteige, zu der siedenden Welt, die tief in mir ruht, dann erkenne ich, daß Tanja vor allem die Komplizin meiner Fiktion war.

Im Falle Pony wird das Ich im Gleichschritt mit der Fiktion seiner selbst erschaffen … vielleicht erreicht Pony deshalb eine ganz ungewohnte Dichte.

Trash 10

Der Autor nennt das einen Hirnwichs. Auch das ist gewissermaßen doppelsinnig.

literatur konkret

Das Ich in Pony durchlebt eine Zeit, aus der ein Amerikaner einen Country-Song machen würde … Mehr als Pony mag man ohnehin nicht von einem Autor erwarten.

Karl Bruckmaier in der Süddeutsche Zeitung

Den jüngsten Beweis dafür, daß Münchner Literatur zur Zeit führend ist, hat Thomas Palzer geliefert mit Pony … Wie Drogenträume ziehen die Bilder vorbei.

Helmut Krauser in der Vogue

In diesem Buch geht es um die Sprache selbst … Trotzdem ist Pony keine experimentelle Geschichte, sondern liest sich: saugut.

Ö4, Blue Danube Radio