DIE ZEIT, DIE BLEIBT

Wie aus Paranoia Realität entsteht

Ein Sommerabend in München. Eine unscheinbare Tankstelle ist der Ort, an dem das Unausweichliche passiert. An dem die Frage, die sich Ewart Colver seit seines Autounfalls stellt – wer hat ihn angefahren? Und weshalb? –, endlich eine Antwort findet: im Duell mit der Vergangenheit.

Ewart Colver, Rechtsanwalt und leidenschaftlicher Tangotänzer von fünfzig Jahren, liegt im Münchner Krankenhaus Rechts der Isar, nachdem er von einem Auto angefahren wurde. Colver ist sich sicher, Opfer eines Attentats geworden zu sein. Ein Anruf aus der Vergangenheit scheint seine Vermutung zu bestätigen. Hat die Polizei ihn etwa als Lockvogel missbraucht? Und was hat das Ganze mit dem toten Drogendealer zu tun, der Jahre zuvor auf einem Bananendampfer in Bremerhaven gefunden wurde – zu einem Zeitpunkt, als Colver noch für eine Versicherung tätig war?

Als sein Verbindungsmann aus der Vergangenheit spurlos verschwindet, macht sich Colver selbst auf die Suche nach Täter und Tatmotiv. Dabei nähert er sich immer mehr der Frage, was die wahren schicksalsmächtigen Zusammenhänge in seinem Leben sind.

1. Aufl. 2019, ca. 256 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50415-6

€ 20,00

Lesungen:

Leipzig, 21. März 2019, 21:30 Uhr: Café Neubau Tropen Party

München, 08. Mai 2019, 19:30 Uhr: Literatur Moths, München

Rezensionen:

Wer „Die Zeit, die bleibt“ liest, braucht vor allem eines: Geduld. Thomas Palzer erzählt die Geschichten seiner beiden Protagonisten in parallelen Erzählsträngen, die er erst am Ende des Romans kreuzt. Der Münchner Anwalt Ewart Colver wird bei einem Autounfall schwer verletzt. Er glaubt an einen Mordversuch und sieht die Verbindung zu einem alten Fall. In Berlin quält den russischen IT-Experten Shenja Orlov noch immer die Gewissheit, dass er für den Tod seiner großen Liebe verantwortlich ist. Obwohl die Handlungen an unterschiedlichen Orten spielen, entdeckt der Leser Ähnlichkeiten zwischen den Figuren. Sie eint ihr Hang zur Paranoia und zu Verschwörungstheorien, die schließlich beide Schicksale zusammenführen. Palzer ist ein Roman gelungen, der zwar kein packender Krimi ist, aber dafür ein spannendes Psychogramm bietet. (Tropen Verlag, 20 Euro)

Cathrin Wißmann, Stern 04.04 2019: Die besten Krimis des Frühjahrs 2019

… Die Entwicklung der Figuren bis zum tragischen Höhepunkt ist Palzer großartig gelungen. Leicht kann man nachvollziehen, wie sich zwei grundsätzlich gesunde Menschen immer tiefer hineinsteigern und letztlich aus dem Käfig, den sie sich erschaffen haben, nicht mehr herausfinden.

Für mich ein großartiger Roman in zweierlei Hinsicht: die Konstruktion des Handlungsverlaufs geht ebenso glatt auf wie die psychologische Entwicklung seiner beiden Protagonisten. Gepaart wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion Spannung und durchaus auch einigen gesellschaftlich und sozialkritischen Fragen.

15. März 2019, missmesmerized

21. November, 2018 Angeheftet

Die Innenseite der Wirklichkeit: Zwischen Fakt und Fiktion. Deutschlandfunk Essay und Diskurs

 

14. April 2019, 09:30 Uhr dlf

 

In einer medial durchgetakteten Wirklichkeit gerät die Bedeutung von Fiktion in den Hintergrund. Das zeigt sich dann, wenn Literatur praktisch ausschließlich inhaltlich aufgefasst wird. Dabei sind das Imaginäre und die Imagination in die Entwicklung des Wirklichen tief verstrickt.

Die Gegenwart ist eine Zeit imaginativer Not. Angebetet wird das Datum, das Faktum, die Information. Bestätigt wird diese Diagnose von dem Furor, mit dem versucht worden ist, das Pseudonym der Bestsellerautorin Elena Ferrante zu lüften – und vollends in Kraft gesetzt wird sie von dem Triumphgeheul, das neulich in den Medien anhob, als der französische Literaturwissenschaftler Claude Schopp eine Dame namhaft machte, die dem Maler Gustave Courbet für das Bild „Der Ursprung der Welt“ Modell gestanden haben soll.

Oft wird Literatur geradezu abgewertet als nur Erfundenes. Literatur ist also, wenn sie Probleme der Gegenwart brav nacherzählt? Welche Stories und Botschaften vermittelt sie – und wie lehrreich sind diese? Das ist die Frage, die heute zählt. Dabei sind das Imaginäre und die Imagination in die Entwicklung des Wirklichen tief verstrickt. Fakt und Fiktion sind dessen zwei Seiten, denn was unter der Vorherrschaft der Naturwissenschaften in Vergessenheit geraten ist: Auch die Wirklichkeit verfügt über eine Innenseite.

Die Innenseite der Wirklichkeit: Zwischen Fakt und Fiktion

Die lange der Nacht der Philosophie München: Vortrag und Gespräch: Was ist Philosophie?

Die UNESCO-Generalkonferenz 2005 erklärte den dritten Donnerstag im November zum Welttag der Philosophie, indem sie daran erinnerte, „dass Philosophie als Disziplin zum kritischen und unabhängigen Denken ermutigt und auf ein besseres Verständnis der Welt hinwirken und Toleranz und Frieden fördern kann. Der Welttag soll der Philosophie zu grösserer Anerkennung verhelfen und ihr und der philosophischen Lehre Auftrieb verleihen“.

Vortrag und Gespräch:

15. 11. 2018

15:30 Uhr

EineWeltHaus

Schwanthalerstr. 80

80336 München

EG in der Werkstatt

Philosophie – das ist immer der Philosoph, denn philosophisches Denken lässt sich beschreiben als Befähigung, den Weltbezug frei zu gestalten.

In den vergangenen Jahrzehnten waren es, um nur die Prominenz zu nennen, Heidegger, Derrida, Deleuze und Guattari, die die Frage nach der Philosophie gestellt und je verschieden beantwortet haben.

Was ist Philosophie?

Thomas Palzer ist ein deutscher Autor, Journalist, Schriftsteller, Filmemacher und Hörfunksprecher, auch seiner eigenen Texte.  Er studierte in München und Wien Philosophie und Germanistik. Mitte der 1980er Jahre begann er seine publizistische Arbeit beim „Zündfunk“ im Hörfunk des Bayerischen Rundfunks.

Aktuell hat Thomas Palzer eine künstlerische Gastprofessur im Literaturinstitut in Leipzig inne.

Vortrag im Kunstgewerbemuseum, Berlin: Die Melancholie der Dinge: Patina

Vortrag

Die Melancholie der Dinge: Patina

01. 11. 2018

19 Uhr

Berlin, Kunstgewerbemuseum

Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

 

Wir laden euch herzlich zur Eröffnungsfeier der Ausstellung ‚Inside Out. Einsichten der Möbelkunst‘ in das Kunstgewerbemuseum im Kulturforum ein!

Begrüßung: Sabine Thümmler, Direktorin
Einführung: Achim Stiegel, Kurator der Möbelsammlung
Vortrag ‚Die Melancholie der Dinge: Patina‘: Thomas Palzer, Schriftsteller und Philosoph

We would like to invite you to the opening of our exhibition ‚Inside Out. Understanding the Art of Furniture Making‘ at the Museum of Decorative Arts Berlin!

Welcome: Sabine Thümmler,
Introduction: Achim Stiegel, curator of the furniture collection
Talk ‚The Melancholia of Things: Patina‘: Thomas Palzer, writer and philosopher

Deutsches Literaturinstitut Leipzig: Die Form des Essays

Ab WS 2018 / 19 jeden Dienstag zwischen 18-20 Uhr im Literaturinstitut Leipzig:
https://www.deutsches-literaturinstitut.de/aktuell.html

Thomas Palzer B235-06*
Essayistik, Literaturkritik
Die Form des Essays

Der Essay cruist. Alles, was ihm auf seinem Weg begegnet, kann aufgelesen werden. Der Essay folgt nicht dem Beispiel der Naturwissenschaften, die meinen, alles müsse eindeutig sein und immer von irgendwoher herleitbar. Ein Essay ist nicht der Logik unterworfen. Was sich erklärt, erklärt sich durch das Verhältnis der Worte zueinander.
Der Essay ist eine Geste, insofern die Geste eine Form ist, in der sich Geist und Materie miteinander verbinden, Gedanken mit Sätzen. Was innen liegt – das Subjektive – muss nach außen übersetzt werden, ins Objektive, ein dialektischer Prozess. Inhalte werden nicht durch die Form, sondern als Form ausgedrückt. Dabei entscheidet der Gebrauch der Wörter über den Gegenstand – und der Gegenstand, den man er- wählt hat, über das, was innen und außen ist.

Alles, was ist, ist geworden. Nur das#Werden selbst hat keine #Geschichte.

Alles, was ist, ist geworden. Nur das Werden selbst hat keine Geschichte.

Vergleichende Anatomie. Eine Geschichte der Liebe. Mit Originalfotografien. Matthes & Seitz Berlin punctum 005

Thomas Palzer Roman, Vergleichende Anatomie. Matthes & Seitz Berlin.

Thomas Palzer gelingt in Vergleichende Anatomie eine außergewöhnliche Abhandlung über (männliche) Sexualität im Alter. Auf knapp 100 Seiten berichtet er von Beginn und Ende seiner zwanzigjährigen Beziehung und durchwebt die Erzählung mit philosophischen Gedanken zur Sexualität sowie einigen Einschüben zu Klassikern wie Foucault oder antiken Konzeptionen von Liebe.
Ich gehöre – zugegebenermaßen – vermutlich nicht mal zur Zielgruppe des Textes. Da ich zum einen noch jung und zum anderen weiblich bin, ist mir das Thema recht fern, ja, ich könnte auch sagen, ich habe davor so gut wie noch nie über Sex im Alter nachgedacht. Trotzdem haben mich Palzers Reflexionen berührt. Gerade an den Stellen, an denen er seine persönliche Geschichte schildert, habe ich mir Sätze markiert, einzelne Gedanken nochmal gelesen und weitergesponnen.

Sophie Stroux im Literaturportal Bayern

Ulrich Rüdenauer am 21. August 2018 im büchermarkt des Deutschlandfunks:

Palzer versucht in seinem vielschichtigen Essay zu verstehen, was das Leben mit den Körpern macht und mit dem Sehnen und dass es dabei um Vorstellungen geht, die von Körpern eingelöst werden – oder irgendwann eben nicht mehr.

Der Wiener Falter 31/18 macht Vergleichende Anatomie zum Buch der Stunde

In Vergleichende Anatomie ist die Gratwanderung beim Schreiben über intime Erlebnisse und die Geschichte der Trennung des Autors gelungen. Er schreibt im Vorspann: »Eine Geschichte ist, um Geschichte zu sein, notwendig abgeschlossen. Auch die Liebe, um die es hier geht, ist abgeschlossen.« Gelingende Sexualität, macht er sich und den Leserinnen und Lesern klar, beruht auf sozialem Verhalten und auf Verhandlungen. »Nein«, wie immer es motiviert ist und begründet wird, heißt »nein«. Das gilt auch für den Satz: »Du bist mir zu alt.«

Thomas Adamczak auf Weltexpresso

Wissen ist dann unzureichend, wenn es sich nicht am Wissen des Freundes erfreut – und zur Freundschaft sich wandelt. (#IvanIllich)

Wissen ist dann unzureichend, wenn es sich nicht am Wissen des Freundes erfreut – und zur Freundschaft sich wandelt. (Ivan Illich)

Alles #Streben nach #Gewissheit setzt immer schon eine Gewissheit voraus.

Alles Streben nach Gewissheit setzt immer schon eine Gewissheit voraus.

Wir sind, um eines #Tages nicht mehr zu sein – werden dann aber #ewig gewesen sein.

Wir sind, um eines Tages nicht mehr zu sein – werden dann aber ewig gewesen sein.