Patina

Nach dem „Ort“ widmet sich die aktuelle Ausgabe von der architekt einer weiteren Grundlage der Architektur: dem Material. In verschiedenen Texten von Monika Wagner, Michael Mönninger, Jörg Gleiter und anderen sowie einem Gespräch zwischen Uwe Schröder und Andreas Denk beleuchtet das Heft unterschiedliche Facetten des Begriffs und seiner Wichtigkeit für den architektonischen Entwurf.

PATINA

von Thomas Palzer

in:

MATERIAL. Grundlagen der Architektur II

der architekt 6/17

Lese und bleibe IV

Vom Geist des Buchstabens: Über das Lesen

 

Der Münchner Schriftsteller Thomas Palzer arbeitet, oft unter philosophischen Fragestellungen, neben dem literarischen Schreiben auch als Autor für Radio und Fernsehen. Für seinen Roman Ruin erhielt er 2005 den Tukan-Preis. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Nachtwärts. Im kommenden Frühjahr erscheint sein neues Essaybuch Vergleichende Anatomie. Im Literaturportal Bayern reflektiert Thomas Palzer regelmäßig über philosophische Themen, die sich im weiteren Feld von Bibliothek – Schrift – Archiv bewegen. Im vierten Teil seiner Kolumne, der in dieser Woche auch in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Literatur in Bayern erscheint, beschäftigt er sich mit dem Lesen – und dem Geist des Buchstabens.

Da wir die Welt lesen können, muss sie voller Spuren sein – reich ausgestattet mit Winken, Hinweisen, Zeichen. Man kann sogar sagen, dass die Welt aus nichts anderem als aus Zeichen besteht. Außer Zeichen kann es in der Welt nichts geben, denn wenn irgendetwas ein Zeichen ist, muss alles Zeichen sein. (Woher sollten wir andernfalls wissen, was Zeichen ist und was nicht?) Welt ist grundsätzlich zeichenhaft.

Ausgezeichnete Professoren – ARD-alpha Campus Magazin

Prämierte Professoren

An der Uni werden die Studierenden beurteilt. Wir drehen den Spieß um und fragen: Wie gut sind die Professoren? Campus Magazin trifft Professoren, die mit ihren Lehrmethoden Preise gewonnen haben.

 

Was ein gutes Studium auszeichnet, ist die Art der Lehre. Die Verbindung von Theorie und Praxis, die Nähe zu den Studenten und ein spielerischer Umgang mit den Lehrinhalten sind wichtige Bausteine für exzellente Vermittlung.

Alt und sexy? Experiment am lebenden Herzen

Als junge Menschen meinen wir, wir seien die Einzigen, die wissen, was Liebe ist – Liebe und Sex. Im fortgeschrittenen Alter bemerken wir, dass Sexualität anders als gedacht nicht einfach aufhört. Sie ist noch da, und wenn man ein bisschen herumforscht, behaupten nicht wenige sogar, sie würden im Alter den besten Sex ihres Lebens haben. Thomas Palzer lässt in seinem Feature alte Menschen zu ihrer Sexualität zu Wort kommen. Denn Alter und Sex ist ein Thema, auch im Kino! Vier Filme, die davon erzählen.

 

Alt und sexy? Experiment am lebenden Herzen

Redaktion: Franziska Storz
Regie: Alexandra Distler
Ton und Technik: Fabian Zweck
Produktion: BR 2017

Zum Nachhören:

 

Dazu erscheint im März 2018 bei Matthes & Seitz Berlin
in der Reihe punctum mein Essay

VERGLEICHENDE ANATOMIE.

EINE GESCHICHTE DER LIEBE

“Du bist mir zu alt!” Mit diesen unvermittelten Worten beendet die Lebensgefährtin Thomas Palzers eine langjährige, überwiegend glückliche Beziehung, an die er viele Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Nächte, Reisen und Gespräche knüpft. Der Verlassene tritt daraufhin aus dem Bett und nackt vor den Spiegel, wagt einen schonungslosen Blick auf seinen Körper und beginnt über das Verhältnis von Sex und Alter zu reflektieren. Mit Anfang 60 fühlt er sich nicht alt, aber erkennt, dass sich etwas verändert hat, doch auch die Sexualiät? Was bedeutet überhaupt Sex im Alter, wenn das gesellschaftliche Bild von Sexualität mit jungen, schönen Körpern verknüpft ist? In seinem sehr persönlichen und zarten autobiografischen Essay geht Palzer diesen Fragen nach, versuchte eine neue Verortung der Sexualiät und eröffnet auf kluge und nachdenkliche Weise einem tabuisiertes Thema Möglichkeiten des offenen gesellschaftlichen Diskurses.

Ein Tag beim ältesten Uni-Radio Deutschlands – ARD-alpha Campus Magazin

Radio mephisto 97.6 ist das Lokalradio der Uni Leipzig – und war das erste lizensierte Hochschulradio Deutschlands. Bereits im Mai 1995 wurde es nach dem Vorbild amerikanischer College-Radios gegründet.

 

Radio mephisto

Lese und bleibe (III)

 

 

Die Bibliothek als Kathedrale des Buchs

 

Der Münchner Schriftsteller Thomas Palzer arbeitet – oft unter philosophischen Fragestellungen – neben dem literarischen Schreiben auch als Autor für Radio und Fernsehen. Für seinen Roman Ruin erhielt er 2005 den Tukan-Preis. Zuletzt erschien der Roman Nachtwärts. Im Literaturportal Bayern wird er in den nächsten Monaten regelmäßig über philosophische Themen reflektieren, die sich im weiteren Feld von Bibliothek – Schrift – Archiv bewegen. Im dritten Teil geht es nach dem Buch und dem Roman nun um die große Aufgabe der Institution Bibliothek.

siehe auch: Thomas Palzer Das kommende Buch

Abschiedsblues (ARD-alpha Campus Magazin)

Zehntausende Studenten machen jedes Semester ihren Uni-Abschluss. Und dann ist er plötzlich da: der letzte Uni-Tag. Was für den einen ein Grund zur Freude, ist für den anderen mit Wehmut verbunden: Kommilitonen, Hörsaal, Studentenleben. Von all dem heißt es Abschied nehmen. Campus Magazin geht den Weg mit.

Abschiedsblues

20. Juli 2017

ÜBER DIE ERFAHRUNG IM ROMAN (II)

„Die großen Zahlenarchitekturen, wie sie Gauss, Cauchy, Abel, Cantor und Weierstrass entworfen haben, entziehen sich im ständig beschleunigten Tempo der sprachlichen Erfassung, oder vielmehr: sie erfordern und entwickeln eigene Ausdrucksweisen, deren Syntax so artikuliert und kompliziert ist wie die unserer Grammatiken. Und zwischen diesen „Sprachen“ und denjenigen des alltäglichen Gebrauchs, zwischen dem mathematischen Symbol und dem Wort, werden die Brücken immer schmaler, bis sie endlich abgebrochen sind.“ Das schreibt der Schriftgelehrte George Steiner 1962 in einem Essay mit dem wehmütigen Titel Der Rückzug vom Wort.

Weil es im Netz nicht mehr um die Erhöhung von Aufmerksamkeit geht, sondern um die Erhöhung der Reize, wird eine McDonaldisierung des Wissens betrieben – ersichtlich etwa an Wikipedia und dem Fetisch der Listen. Im Netz wird Wissen in Konsumgut verwandelt. Weil es unbegrenzt wachsen kann und wächst und weil es ständig renoviert werden muss, ist es unter dem Aspekt seiner Kapitalisierung das Produkt des Jahrtausends: für ewig den Konsumenten immer wieder neu bzw. erweitert andrehbar. In diese Welt, die auf Stimulation, Signale und Reize setzt, auf Lesen mit Musikbegleitung, um es einmal in Anlehnung an D. H. Lawrence zu sagen, passt das stille und konzentrierte Lesen nicht.

ÜBER DIE ERFAHRUNG IM ROMAN

 

ZWISCHEN PIXEL UND PAPIER (I)

 

Der Münchner Schriftsteller Thomas Palzer arbeitet – oft unter philosophischen Fragestellungen – neben dem literarischen Schreiben auch als Autor für Radio und Fernsehen. Für seinen Roman Ruin erhielt er 2005 den Tukan-Preis. Zuletzt erschien der Roman Nachtwärts. Im Literaturportal Bayern wird er in den nächsten Monaten regelmäßig über philosophische Themen reflektieren, die sich im weiteren Feld von Bibliothek – Schrift – Archiv bewegen. Zum Auftakt geht es gleich um seinen Mittelpunkt: das Buch.

ZWISCHEN PIXEL UND PAPIER

Fremdgehen. Grammatische Reflexionen

Das Problem jeder Sprache ist, dass sie in Kontakt mit anderen steht. So äußerst sich Kulturkritik mit Vorliebe als Kritik an Wörtern: Welches Fremdwort ist gut, welches überflüssig, und welches schlecht. An den Wörtern besteht das größte Interesse, denn Wörter gehören zum wichtigsten Bestandteil der Sprache. Das Metawissen über Sprache nennen wir „Grammatik“ – knowing what. Eine Sprache sprechen können bedeutet dagegen: knowing how.
Jede Grammatik ist eine Philosophie der Sprache – eine unter vielen möglichen -, und als solche ein Kind des Alphabets. Grammatik ist die Schlüsseltechnologie unserer Zivilisation. Sie kann nicht erlernt, sie muss intuitiv erfasst werden. Historisch gewachsen, ist das Verhältnis der Grammatik zur Muttersprache nicht theoretisch – wie oft geglaubt wird -, sondern ästhetisch. Es braucht Geschmack, um reden und argumentieren zu können, denn man muss nicht nur wissen, was zu sagen ist, sondern auch, wie es zu sagen ist. Der Muttersprachler „hört“, ob ein Satz so geht oder nicht so geht. Grammatik selbst wird gern beschrieben durch die Metapher des Ingenieurs: Man baut Sätze, konstruiert Satzbaupläne oder komplexe grammatische Gebilde.
Wenn wir an Grammatik denken, haben wir eher gemischte Gefühle. Der Grammatiker Robert Stockhammer von der LMU München sagt: “Das grammatische Wissen ist Macht, die vor allem in der Regulierung des Fremden mit den Mitteln der Schrift ausgeübt und in der Literatur reflektiert wird.“

FREMDGEHEN. GRAMMATISCHE REFLEXIONEN

Von Thomas Palzer.

Mit Axel Gottschick, Susanne Reuter, Bernd Reheuser.

Technik: Andreas Fulford.

Regie und Redaktion: Barbara Schäfer.